Change-Skills entwickeln

Wie change-workout.de entstanden ist

Zu viele Veränderungsvorhaben werden nicht so wirksam realisiert, wie es für die Organisationen notwendig ist und wie es die Menschen in den Organisationen verdienen. Ob es jemals eine belastbare Studie gab, die empirisch nachgewiesen hat, dass nur 30% aller Veränderungsvorhaben erfolgreich sind, ist mir egal. Denn zu viele Vertreter aus zu vielen Organisationen haben mir von zu vielen Vorhaben berichtet, die nicht ausreichend erfolgreich waren.

Eine so geringe Wirksamkeit von Change-Experten ist nicht akzeptabel.

Für den geringen Erfolg bisheriger Veränderungsvorhaben sehe ich im Wesentlichen zwei Gründe. Erstens haben zu viele Verantwortliche und Beteiligte zu wenig Erfahrung und Wissen für die erfolgreiche Bewältigung dieser komplexen Herausforderung. Dabei stellt selbst die Mainstream-Change-Literatur hilfreiches Wissen und Tools bereit und es mangelt nicht an entsprechenden Trainingsangeboten. Zweitens gibt es im Change Management zu viele Mythen und zu viel blinde Flecken im Sinne von Erkenntnissen in anderen Disziplinen, die bisher kaum bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen berücksichtigt werden. Ich denke dabei zum Beispiel an Komplexitätstheorie, Verhaltensökonomie und Hirnforschung.

Organisationen verpassen Chancen und Menschen leiden in schlecht begleiteten Veränderungsprozessen

Es gibt viele andere Menschen mit einer ähnlichen Sicht auf den Erfolg von Change-Vorhaben und die Wirksamkeit von Change-Ansätzen und ich hatte mich schon länger gefragt, was ich gemeinsam mit diesen Menschen tun kann und wie wir noch mehr Menschen dafür sensibilisieren können. Ich hatte es einfach satt, ständig unwirksame Change-Ansätze zu beobachten oder davon zu hören. Als ich Sylvester 2016 in unserem Wohnzimmer saß, fragte ich mich: "Sein oder Haben?" Auslöser dafür waren das gleichnamige Buch von Erich Fromm. Die Antwort war "Sein!" und damit war der Fokus für 2017 klar:

Ansatz für wirksames Realisieren von Veränderungen entwickeln.

In wenigen Wochen war meine persönliche Entscheidung mit den Ideen von Kolleg*innen verknüpft: Etablierung einer Veranstaltungsreihe (danke Philippe), Beschleunigung des Lernens innerhalb der CCG (danke Marion) und intensivere Nutzung digitaler Tools (danke Philipp) sowie weitere Ideen von weiteren tollen Menschen. Nur vier Monate später haben wir die ersten beiden Events im Sinne des Change-Workout-Gedanken durchgeführt, die Webseite ist online, wir haben Fehr Advice in Zürich besucht, um unser Verständnis von Behavioral Economics zu verbessern, wir sind ins Silicon Valley geflogen, um uns von Stanford, Ideo, Google & Co. inspirieren zu lassen, wir haben uns mit Dave Snowden persönlich zu „Navigating Complex Change“ ausgetauscht und wir haben den Change-Ansatz-Raum fertiggestellt, in dem jeder die eigenen Ideen für wirksamen Wandel mit den vorhandenen Ideen verknüpfen kann.

Gelebtes #NeverStopExploring im Silicon Valley

Selbst der Tisch wird als Whiteboard genutzt

Die Metapher des „Workout“ haben wir aus dem Sport übernommen (danke David). Richtig fit werde ich nur dann, wenn ich regelmäßig effektiv trainiere. Und wenn ich wenig Zeit habe, muss ich effizient trainieren. Das gilt beim Sport, beim Klavierspielen und auch für die Entwicklung der Change-Kompetenz. Ich gebe zu, dass Trainieren am Anfang nicht einfach ist, weil man „den inneren Schweinehund überwinden“ muss. Und um seine Change-Kompetenz zu verbessern, muss man „die Komfortzone verlassen“. Ich persönlich orientiere mich dabei an zwei Maximen: „work harder every damn day“ und „outrun reality“. Die erste Maxime ist selbsterklärend. Mit der zweiten Maxime meine ich, dass man eine bessere Version von sich selbst werden kann, wenn man wirklich will und die notwendige Energie aufbringt.

30. Juni 2017

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